Hubert Brandstätter über den
Bilderzyklus „Zeitfenster“ von Susanna Bodlos-Brunader

 

 
Die Bilderwelt, die uns SBB in ihrem Bilderzyklus „Zeitfenster“ präsentiert zeigt uns ein Nebeneinander von menschlichen Körpern und farbig gestalteten Flächen.
Die Körper, transparent, stellenweise den Untergrund durchscheinen lassend, sind nur fragmentarisch angelegt. Sie werfen die Frage auf, ob sie Ausschnitte sind (wobei die Körper hinter den Flächen weitergehen müssten), oder ob sie lediglich torsal als Fragment, als Teil vorhanden sind. Die Fragestellung erweitert sich in diesem Fall insofern, als es sich um Körper die in der Entwicklung gestoppt, oder aber um Körper die sich bereits im Verfall befinden, handeln könnte. Sie intendieren auf jeden Fall die Flüchtigkeit der menschlichen Existenz, sowie die Unfähigkeit zur intellektuellen Erkenntnis der Ganzheit.
Die Flächen genügen sich hingegen in farbig diffiziler Abstraktion. Sie erheben lediglich Anspruch auf ihre gegenwärtige Existenz. Stellen keinerlei Fragen nach Vergangenheit und Zukunft.
SBB bezieht sich bereits im Thema ihres Bilderzykluses auf das Rätsel der Zeit. Sie verweist durch die Art der Bildgestaltung darauf, dass es sich lediglich um ein Phänomen der menschlichen, psychischen Existenz handelt. Ein Erkennen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zeit im Sinne unseres Denkens ist jedoch unendlich. Wobei das eigene Scheitern durch die Gegenübersetzung von Unendlichkeit einer abstrakt denkbaren Zeit gegen die Erkenntnis der eigenen, zumindest körperlichen Endlichkeit bereits vorprogrammiert ist.
Malerei kann durchaus auch ein Mittel zur Bewältigung der eigenen Existenz sein. SBB führt uns dies durch ihren Bilderzyklus eindrucksvoll vor Augen.